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Aufbrechen und deinen Frieden heilen


Aktueller Text zur Österreich-Tour im April 2022

Liebe Freundinnen, liebe Freunde und interessierte Menschen,

Aufbrechen und deinen Frieden heilen


ist das Thema meiner nächsten Österreich-Tour im April in Klagenfurt und Graz und wie immer teile ich dazu gerne meine Gedanken mit dir:


Die Liebe verliert nie den Glauben, nur wir Menschen verlieren ihn. Deshalb müssen wir manchmal vom Glauben abfallen, um die Liebe zu finden.


Der folgende Text ist sehr persönlich - wenn du kannst, lies ihn bitte in Ruhe und mit etwas Zeit, damit er dich inspirieren und du ihn auf dich wirken lassen kannst. Vielen Dank.


Es ist viel geschehen. Vielleicht sogar zu viel. Ich mache so weiter wie bisher, weil ich nicht weiß, wie ich bis hier her gekommen bin. Ich bin müde und irritiert. Und ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll. Die Welt ist eigenartig geworden - wie das Wetter. Ich sehne mich nach Wärme und kann nicht glauben, dass diese Wärme schon Ausdruck von etwas ist, das ich mir besser nicht wünschen sollte. Ich vertraue schon lange nicht mehr. Und „Zusammenhalten“ ist längst ein Einigeln geworden. Selbst meine aller nächsten Menschen scheinen sich zu verändern. Und ich versuche, ohne sie zu leben, sage es ihnen aber nicht. Meine Stacheln bedrohen die Liebe um mich herum und in mir selbst. Und der Frieden ist längst Teil eines Krieges geworden, an dem ich festhalte - weil ich zu müde bin, um etwas davon wissen zu wollen. Und zu sauer auf die, die uns das angetan haben, um selber etwas daran zu ändern. Ich vergeude die Zeit, indem ich den Kopf in den Sand stecke - mich in die Wüste schicke - während längst der Staub der Sahara um mich ist. Was ich als ein Zeichen sehe.


Ich mache einfach weiter wie bisher und meine Nervenenden sind schnell gereizt von dem vielen Kopfschütteln darüber, was andere tun und was sie nicht tun. Mich nervt mein recht haben wollen, weil ich nicht anerkennen will, dass ich im Grunde keine Ahnung habe und mich nach Orientierung sehne. Und nach jemandem, der mich in den Arm nimmt und mir zeigt, dass alles gut wird. Selbst Mama und Papa sind weit weg.


Ich habe diesen Text zuerst in der Wir-Form geschrieben. Und dann fiel mir ein Satz ein, den ich vor ein paar Tagen gelesen habe, der sinngemäß lautete: „Solange Krieg in der Liebe herrscht, solange wird es keinen Frieden geben.“ Dann hielt ich inne, um den Satz in mir zu bewegen. Und als ich für mich die Härte, den Stachel, aus den Worten „Krieg in der Liebe“ herausgenommen hatte, habe ich versucht, diesen Satz persönlich zu nehmen, um mich von ihm berühren zu lassen. Ich spürte dadurch, dass ich nicht - im Frieden - mit mir bin.


So versuchte ich das, was ich als „Wir“ – im Außen – als mögliche, gesellschaftliche Strömung wahrnehme, auf mich selbst zu beziehen. Und damit auf ein Ich und auf einen Fluss, in dem ich gefühlt gerade um mein Leben schwimme – um mir nicht eingestehen zu müssen, dass ich ertrinke.


Als ich deshalb diese ersten beiden Absätze in der Ich-Form geschrieben hatte, stimmten sie plötzlich für mich. Und ich konnte endlich all die Gefühle zulassen, von denen ich nicht wusste, woher sie kommen. Ich konnte traurig und ohnmächtig sein. So, als würde ich in meinem Fluss zwischen zwei Stromschnellen für einen Augenblick damit aufhören können, herumzupaddeln, um mir selbst zu sagen: "Ja, so ist es.“ Um auf meine Art Luft zu holen, um mit dem Fluss zu gehen und mich zu fragen, ob ich eigentlich meinetwegen bereit bin, ins kalte Wasser zu springen?


Es geht also um das Kind in mir. Um den Teil in mir, der verlassen wurde, bevor er damit umgehen konnte, verlassen zu werden und bevor ich ahnte, worum es sich dabei handelt. Und es geht darum, ob ich als Erwachsener bereit bin, mir das bewusst zu machen und Wege zu finden, meine Verletzungen in eine heilsame Verletzlichkeit zu transformieren. Ob ich ganz grundsätzlich bereit bin, Unterstützung in meiner Zurückweisung, meinem Einigeln, meinen "das muss ich alleine schaffen“ und "mir kann eh keiner helfen“ Mustern zuzulassen.


Krieg in der Liebe bezeichnet für mich unsere menschlichen Verletzungen, die Abspaltungen der Seele zur Folge haben. Individuell wie kollektiv: Jeder äußere Krieg kann als Abbild und Spiegel dieser inneren Traumata gesehen werden. Das ist auch der Grund, warum viele von uns sich aufgewühlt, unruhig, ohnmächtig und auf gewisse weise orientierungslos fühlen. Eigentlich ist es ein kollektives Gefühl, das wir alle und jede, jeder - je nach Grad an Sensibilität und Verletzung wahrnehmen kann.


Wenn das, was du hier liest, in Resonanz mit deinen Gefühlen ist, dann geht es also um das Kind in dir und mir. Und es geht darum, ob wir als Menschen uns weiter nach außen verteidigen und nach innen einigeln, ob wir also so weiter tun, wie bisher - oder ob wir andere Wege gehen. Wir können unser Menschsein nicht verlieren und wir bestimmen jeden Tag selbst, was der Begriff „Menschlichkeit“ heute für uns bedeutet. Es geht um dich und mich – und darum, aufzubrechen. Selbst und vor allem da, wo unserer Werte einbrechen. Es geht um‘s Aufbrechen. Darum, freiwillig ins kalte Wasser zu springen, um für sich selbst in den manchmal reißenden Fluss zu springen, um zu tun, was getan werden muss – damit du und ich wirklich wieder für sich da sind.


Meine kommende Tour möchte ich dem Thema „Aufbrechen und deinen Frieden heilen“ widmen. Es geht darum zu lernen, all das, was wir uns in den Kopf gesetzt haben, zu relativieren – zugunsten des Herzens. Es geht also um eine Verrückung Richtung Liebe: Deshalb gehört ja diesen so Verrückten all meine Bewunderung und Kraft. Wir haben die Wahl, ob wir in einer verrückten Welt leben möchten, in der wir nur allen anderen die Schuld an dieser Welt geben – oder ob wir selbst damit beginnen, uns als "außerhalb der Mitte seiend“ anzuerkennen. Im ersten Fall wählen und aktivieren wir die Ohnmacht, im zweiten wählen und aktivieren wir die Schöpferin, den Schöpfer in uns. Jeder hat eine Wahl - immer.


Und was wählst du?


Im Vortrag geht es um die Themen, die uns jetzt alle bewegen – und noch viel wichtiger ist, gemeinsam herauszufinden: Was berührt mich? Wovon lassen wir uns wirklich berühren? Denn wir leben in einer berührungsarmen Gesellschaft – was die letzten Entwicklungen nur nochmal verstärkt haben. Und natürlich nehmen wir alle – beziehungsweise befürchten – eine gewisse Verrohung um uns wahr. Die Frage ist, ob wir selbst ein Teil davon sein möchten und ob es nicht das ist, was wir wirklich fürchten sollten? Ein Frieden, der mit Harmoniesucht verwechselt wird, nährt und stärkt den Konflikt - und damit sein Gegenteil. Sind wir uns darüber bewusst?


Im Vortrag sprechen wir über Möglichkeiten, sich selbst wieder zu fühlen. Und in der anschließenden Meditation üben und vertiefen wir jene heilsamen Wege, mit sich wieder in Verbindung zu kommen. Meschen mit einer ähnlichen Absicht können ein sehr kraftvolles Feld der Heilung und des Wohlbefindens erzeugen.


Fühle dich willkommen und sei Teil davon: Du bist wichtig.


Informationen zu allen Veranstaltungen in Klagenfurt und Graz findest du unter www.rolandsprung.com/termine-veranstaltungen


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