• Roland Sprung

Krieger des Lichts - deine Schatten anerkennen


Aktueller Text zur Österreich-Tour im Januar 2020

Liebe Freunde und interessierte Menschen,

Warum ändern wir so oft in unserem Leben erst dann etwas, wenn es uns schlecht geht? Wenn wir nicht mehr können? Weil wir nicht wollen. Wir sind Weltmeisterinnen und Weltmeister im Nicht-Wollen. Wir wollen dieses nicht und jenes nicht und auf gar keinen Fall wollen wir, dass Dieses und Jenes geschieht! Wir sind getrieben von Vermeidung. Geradezu besessen von der Vorstellung, dass uns etwas passieren oder zustoßen könnte. Und um diese Angst zu kaschieren, tun wir so, als wäre nichts. Wir bauen uns ein Nest aus kindlicher Harmonie-(Sucht), wir schützen uns nach Innen – während niemand etwas davon mitbekommen soll, in welcher „bösen Welt“ wir im Außen leben. Wir fühlen uns bedroht und greifen (sie) an.

Vielleicht – das scheint mir naheliegend – sind wir sehr früh (in unserer Kindheit) damit konfrontiert worden, dass nicht das geschieht, was wir wollen. So haben wir früh gelernt, dass wir hier nichts zu sagen, nichts zu melden haben und dass das Leben kein Wunschkonzert sondern ein Kampf ist, in dem wir uns behaupten müssen.

Vielleicht – so fühle ich das – gibt es in uns ein unbewusst übernommenes Muster „nicht gewollt zu sein“, das wir ebenso unbewusst glauben, durch Nicht-Wollen zu überwinden?

Und vielleicht trifft seit Generationen auf das angstbesetzte Muster „nichtssagend“ zu sein dasselbe zu: Wir versuchen dieses Muster zu überwinden, indem wir zunehmend verstummen und - Nichts sagen.

Das davon sicher nicht weit entfernte „nicht gemeint sein“ kompensieren wir mit übermäßigem Besitz, der uns so beschäftigt hält und früher oder später so eine Last, so ein Gefängnis wird wie – nicht geMEINt zu sein. Womit wir wieder am Anfang wären.

Ganz sicher ist es zudem möglich, dass in vielen von uns dieses kollektive Gefühl „nicht gewollt zu sein“ unseren Willen so nachhaltig beeinflusst hat, dass wir ihn zu einem großen Teil dazu nutzen, zu erschaffen was wir – nicht wollen. Ich frage mich: Aber was soll das sein, wenn wir selbst es sind, die sich im Grunde nicht gewollt fühlen? Kollektiv wirksam deshalb, weil man mittlerweile die Spätfolgen einer zum Beispiel durch Krieg traumatisierten Generation auch in Menschen der folgenden Generationen nachweisen kann: Sie sind ebenso traumatisiert und tragen dieselben Verletzungen in sich, ohne dass diese Generation tatsächlich einen (äußeren) Krieg erlebt hat.

Wie viele unserer Großeltern, wie viele unserer Väter und Mütter haben uns nichts über den Krieg erzählt, nichts gesagt? Wie viele von ihnen – und von uns – konnten es verständlicherweise nicht und sind noch immer erstarrt in einem Schweigen, wodurch ihr Verstand etwas über ihr Herz gelegt hat, was sie selbst nicht aushalten konnten?

Womit sie dennoch hofften, uns schützen zu können vor dem, was sie nicht sagen konnten? Und wie viele von uns versuchen wiederum ihnen beizustehen, mit der besten Absicht – aber aus einer ebenso falsch verstandenen Liebe gegenüber unseren eigenen, inneren Kriegen - indem wir selbst bereit wurden, nichtssagend zu sein?

Angenommen, einer unserer Ahnen wurde im Krieg durch eine Patrone am Herzen schwer verletzt. Als er zurückkam, war er nicht mehr derselbe – so, wie niemand mehr derselbe war. Er konnte nichts sagen und sein ganzes Leben, das Leben seiner Familie und seiner Freunde, blieb davon beeinflusst. Und dann kommen wir in diese Familie mit derselben – heute unsichtbaren – Verletzung und mit denselben Auswirkungen auf unsere Familien und Freunde. Nur mit dem Unterschied, dass wir gelernt haben zu glauben, dass das, was wir fühlen, nicht wahr ist, weil wir es ja nicht „wirklich“ erlebt haben. So verdrängen, verschweigen wir, um damit dem nahe zu sein, der nichts sagen konnte. Wir lernen, die zu hassen, die uns das angetan haben und die zu verurteilen, die uns daran erinnern. Wir sind auf der Flucht.

Wir selbst sind diese traumatisierte Generation. Jeder Mann und jede Frau, die dazu in sich eine Resonanz fühlt. Und die Feindbilder, die wir dazu im Außen erschaffen (um das alles im Kopf nicht aushalten zu müssen), sind im Grunde nicht real – sondern die ebenso kollektive Projektion eine Spiegelung. Die Verletzung in uns dagegen schon – sie ist real.

Und schau mal in unsere Beziehungen: Wäre es nicht sinnvoll, wenn wir aus der Ursache des letzten Streits etwas gelernt haben, bevor wir in den nächsten Krieg ziehen und uns genau da noch mehr verletzen, wo wir uns eigentlich irgendwann versprochen haben, uns zu heilen – im Herz?

Innen wie außen, im Kleinen wie im Großen: Wir können es jetzt lernen, Verantwortung für unsere eigenen, inneren Kriege zu übernehmen, jeder von uns. Lasst es uns freiwillig tun. Denn alle äußeren Kriege sind nur ein Spiegel unserer inneren Kriege. Allerdings mit viel fataleren Folgen, weil wir – wenn sich viele von uns unrecht behandeln fühlen, wir im äußeren Kollektiv dazu neigen, gefährlichen Männern und Frauen unsere Stimme zu geben.

Womit wir sie auf der Ebene des Herzens erneut verloren haben, weil diese gefährlichen Menschen, denen wir unsere Stimme geben, nahezu immer davon überzeugt sind, jemanden zum Schweigen bringen zu müssen.

Und was Kriege betrifft: Vielleicht vermissen deshalb viel zu junge Männer, denen man in nahezu jedem Land der Erde beigebracht hat, für ihr Vaterland zu kämpfen, im Grunde ihres Herzens – ihre Väter. Und weil sie sich zutiefst verlassen fühlen, haben sie nichts dagegen, sich zu opfern oder gegen andere in den Krieg zu ziehen, wodurch alle auf der Strecke bleiben. Hier stimmt der Satz: Krieg entmenschlicht seine Täter – und ihre Opfer.

Wir können jetzt damit anfangen, uns selbst wahr haben zu wollen. Denn wir ändern die Dinge nicht, indem wir sie ignorieren.

Es gibt so vieles in dir, was es wert ist, eine Stimme zu bekommen – deine Stimme. Solange du dich bekämpfst, wirst du auch in der Welt nur gegen etwas kämpfen. Und wenn du schon unbedingt kämpfen musst, dann lerne wenigstens, FÜR etwas zu kämpfen. Mein Gefühl ist: Das, was nie eine Stimme bekommen hat, kann auch nicht stimmen. Deshalb verurteilen wir die, die keine Stimme haben. Wir müssen Wahrheit in das bringen, was viele von uns und vor uns nicht wahrhaben wollten.

Deshalb ist jetzt vielleicht ein guter Augenblick zu fühlen, dass du endlich das Recht hast, eine Verletzung zu haben, deren Ursache lange vor deiner Zeit lag. Dass wir alle das Recht haben, dass wir uns schon so lange „kriegsverletzt“ und im Grunde unseres Herzens „kriegsmüde“ fühlen. Und wenn wir nicht wollen, dass unsere Kinder (unsere Zukunft) es schlechter haben, sollten wir nun anfangen, es für das Kind in uns (unsere Gegenwart) besser zu machen!

Unsere Ahnen, unserer Mütter und Väter, unsere Großmütter und Großväter, Ehemänner, Ehefrauen, Onkel und Tanten, Nichten, Neffen, Freundinnen und Freunde und alle anderen, wer auch immer sie für uns seien, haben uns dafür im Grunde ihres Herzens ein großes, wichtiges Geschenk hinterlassen:

Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, dass wir heute (Jede und Jeder in seiner/ ihrer selbstbestimmten Art) Wege der Heilung gehen können, die sie selbst aus verständlichen Gründen für sich (noch) nicht gehen konnten.

Ich empfinde dieses Geschenk, an meinen Verletzungen arbeiten zu können, arbeiten zu dürfen, für mich fast wie eine heilige Aufgabe und Pflicht. Es nicht besser, aber anders zu machen – vor allem in der heutigen Zeit, wo wir so schnell sind mit unseren wort-gewaltigen Vorurteilen. Ich respektiere dabei vollkommen, wie jede Frau, jeder Mann für sich selbst damit umgeht und welchen Weg er/sie zu Bewusstwerdung und selbstbestimmter Heilung wählt. Gleichzeitig ermutige ich Menschen und lade sie dazu ein, endlich aus der Komfortzone zu kommen, um in offensichtlichen Zeiten der Veränderung etwas anders zu machen. Und das - beginnt immer in uns selbst.

Meine nächste Tour widme ich Menschen, die sich auf der Ebene des Herzens näherkommen möchten. Die es einfach satt haben, „nichtssagend“ zu bleiben und sich stattdessen bereit fühlen, ihre eigene Stimme wieder zu finden. Zum Beispiel, indem sie sich bewusst machen, was in ihrem Leben auf der Ebene eines Krieges nicht stimmte.

Gerne stehe ich dir mit meinen Begabungen zur Seite und begleite dich im Vortrag inklusive Meditation, in Workshops und individuellen Einzelsitzungen.

Fühle dich herzlich willkommen. Vielen Dank – für dich.

Mit friedlichen Grüssen

und Wünschen des reinen Glücks,.. Roland Sprung


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