• Roland Sprung

Bewusstsein verjüngt: Es ist nie zu spät, um ein glückliches Kind zu sein


Aktueller Text zur Österreich-Tour Juni 2018 in Wien, Graz, Knittelfeld und Klagenfurt

Liebe Interessierte und Freunde

Im Vorfeld meiner Tour werde ich immer gebeten, darüber zu schreiben, was mich gerade bewegt.

Dieser Bitte komme ich hiermit gerne nach:

"Kinder wollen nicht glücklicher sein, als ihre Eltern waren."

Dieser Satz hallt immer mal wieder wie ein Echo in mir nach. Bezogen auf die Kindheit meines Vaters und meiner Mutter scheint dieser Satz eine Last zu bedeuten: Sie waren Kinder des Krieges und ihr Daseinsgrund schien oft das Überleben ihrer Eltern gewährleisten zu müssen, während sie sich gleichzeitig nicht sicher sein konnten – wirklich willkommen zu sein. Ihre Zukunft bestand von Anfang an darin, auf keinen Fall „nutzlos“ sein zu dürfen, während das Erleben der Gegenwart ihrer Eltern durch das Vernichten aller elementaren Werte gekennzeichnet war. Krieg nimmt immer das Leben derer, die ihn nicht verursachen.

Es ging also bei meinen Eltern um Kinder, die in ein Leben geboren wurden mit dem unbewussten Auftrag, das Überleben der eigenen Eltern gewährleisten zu müssen, noch bevor ihre kleinen Beinchen ihren Körper überhaupt tragen konnten. Zum Überleben beitragen zu müssen bevor ich meine eigene Kindheit überlebt habe, führt zu jener Form von inneren Mangel, der ausreicht, um ein Leben lang auf der Flucht vor jenem Krieg zu bleiben, der jetzt Innen ist.

Mein Vater hat heute die Krankheit, an der sein eigener Vater (viel zu früh) starb. Meine Mutter hat heute die Krankheit, an der ihre eigene Mutter (viel zu früh) starb.

Und ich frage mich, warum wir Krieg nicht einfach verbieten, denn es gibt ja nichts, was Menschen schneller und – offensichtlich über Generationen wirksam – nachhaltiger verletzt oder tötet. Ich verstehe heute meine Eltern und ich kann noch immer den manchmal milden, öfter aber verbitterten Klang ihrer Stimme hören, wenn sie uns in meiner Kindheit dazu aufforderten: „Hört auf zu streiten“.

So groß die Sehnsucht nach Frieden in ihnen auch war: Ich weiß, dass sie sich in ihrer Kindheit den Kopf über etwas zerbrechen mussten, was ihr kleines Herz zerriss – lange bevor sie den Inhalt verstehen konnten. Es war nicht der Frieden in ihnen, der sie diese Worte sagen ließ, es war der verdrängte Lärm des Krieges, der als Erwachsener innen war.

Die frühe Erziehung dazu, nicht zu streiten, führte bei mir zu einem lang anhaltenden Gefühl, jedem Krieg aus dem Weg gehen zu müssen – auch, wenn da (meistens) keiner war. Es führte bei dem geringsten Gefühl von und lange vor jedem Konflikt dazu, die Flinte ins Korn zu werfen. Zu jener – zugegeben schrägen – Form von Harmoniesucht, die sich von allem bedroht und von einer feindlichen Welt (Krieg) umgeben fühlt. Und wenn es tatsächlich einmal zu einem Streit kam, dann schoss ich mit Kanonen auf Spatzen – nur, um nach jahrelanger Heilarbeit darauf zu kommen, dass beides nur in meiner erdachten Welt und damit nicht real war.

Ich war nicht konfliktfähig und nicht weit entfernt von jemandem, der sich – wie man es heute manchmal im Straßenverkehr sehen kann – ängstlich hinter das Lenkrad eines viel zu großen, bullig und gefährlich aussehenden Geländewagens klemmt (eine Waffe). Und damit in Wahrheit den ganzen Verkehr blockiert, weil er a) damit gar nicht fahren kann, sich b) vor den andern fürchtet und dennoch c) insgeheim „etwas her machen“ und ernst genommen werden wollte. Was für eine lächerliche Bedrohung ich war.

Streiten ist wichtig. Es kommt auf den Grund an und auch auf die Art und Weise.

Es kommt darauf an, ob ich herausgefunden habe, wo ich „gelernt“ habe, mich zu bekämpfen oder zu bekriegen. Denn wenn ich diesen Grund nicht in mir herausfinde, werde ich dazu neigen, meinen Krieg nach außen zu projizieren. Ich mache dann andere verantwortlich für das, was sie gar nie getan haben, ich führe sozusagen einen „Vernichtungs-Krieg“ im Kleinen. Jeder von uns macht das und die Anlässe dafür scheinen immer geringer zu werden: Ist dir zum Beispiel schon mal aufgefallen, wie schnell Menschen sich ungerecht behandelt fühlen und das zum Anlass nehmen, vorzugsweise vor Fremden „auszurasten“? Sicher ist dir das noch nie passiert? Ich sage nur: Telefon-Hotlines oder Straßenverkehr. Ein Freund von mir geht wenigstens, wenn er sich sehr aufregen muss, immer runter zu seinem Auto, macht den Kofferraum auf und brüllt dann volle Kanne rein. Und dann – macht er entspannt weiter.

Zurück zum Ursprung. Der Satz „Kinder wollen nicht glücklicher sein, als ihre Eltern waren“ bezieht sich darauf, dass wir dazu neigen, das zu wiederholen, was wir in unserer Kindheit als Liebe kennen gelernt haben. Damit dieses Erbe an Mustern möglichst keine „Last“ mehr im eigenen Leben als Erwachsener darstellt, geht es darum, sich bewusst zu machen, dass nicht alles Liebe ist, was wir in unsere Kindheit als Liebe kennen gelernt haben. Das ist unsere Wahl und Möglichkeit und sie gilt für alle Generationen. So konnte ich lernen, meine Eltern für ihre Geschichte anzuerkennnen und gleichzeitig über meine eigene hinauswachsen. Das ist das größte Geschenk, dass Eltern ihren Kindern wechselseitig machen können: Einander dabei zu helfen Bewusstsein zu entwickeln.

Damit Geschichte sich nicht wiederholt, müssen alle Generationen bereit sein, aus ihr zu lernen. Ich kann aus dem Krieg meiner Eltern lernen, mich selbst und in der Folge andere Menschen nicht zurückzuweisen. Bei der gleichzeitigen Pflicht, mich als mündiger Herzensbürger einzumischen und aufzustehen. Aus dieser Anerkennung erwächst das Vertrauen in und Einverständnis mit unterschiedlichen Lebensentwürfen.

Heute bin ich zutiefst dankbar für das, was ich mit und von meinen Eltern gelernt habe: Ich liebe sie so, wie ich bin. Und wir sind unglaublich mutig und stark darin, einander so zu begleiten – wie wir sind. Für mich ist Jammern oder der Wunsch nach einer anderen Realität für sie nicht mehr wichtig. Wie könnte es auch – wenn uns doch die Liebe so viel zu entdecken ermöglicht, wenn wir nur bereit sind unser Herz zu öffnen – um hinzuschauen. Von meinen Eltern, meiner Frau, meinen 7 Geschwistern und allen anderen Lehrern wie dir, habe ich gelernt, mir selbst dabei zu helfen, dieses Bewusstsein zu entwickeln, um es anderen Menschen weiter zu geben.

In meinen Workshops geht es darum, solche Ursachen anzuerkennen, es geht dabei um Wege der erwachsenen und freiwilligen Verwicklung, wodurch Einsicht, Bewusstwerdung und viele Aha-Erlebnisse möglich sind. Du selbst bist der wichtigste Heiler deines Lebens und verantwortlich dafür, dich zu entwickeln: Fühl dich herzlich willkommen.

Die kommende Tour bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, dich selbst zu heilen, um dadurch dem Wesen, das du bist, näher zu kommen. Vorträge, vertiefende Meditationen und Einzelsitzungen erfreuen sich seit über 20 Jahren großer Beliebtheit, weil es da ganz individuell nur um dich geht.

Der Familienaufstellungen in Knittelfeld kommt diesmal eine besondere Bedeutung zu:

Wenn du das Gefühl hast, dass du dich (so oder so ähnlich) in meiner eingangs beschriebenen Geschichte wiederfindest, dann möchte ich dich dazu ermutigen, deiner Geschichte nachzugehen, um ihr Dunkel ans Licht zu bringen. Unbewusst, das heißt verdrängt, ausgegrenzt und ungewürdigt bleibende Anteile unseres Lebens haben die Tendenz, uns zu blockieren. Mir selbst haben Familienaufstellungen sehr dabei geholfen, von meinen Vorfahren übernommene Muster so zu klären, dass ich mich und andere damit nicht mehr verletze. Und außerdem: Es gibt keine besser genutzte Zeit als äußeren Frieden - um unsere inneren Kriege zu heilen. Diese Zeit ist immer – jetzt.

Ich freue mich auf dich.

Mit friedlichen Grüßen und Wünschen des reinen Glücks, ... Roland Sprung


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